Rittersporn und Frauenspiegel - Landadel im Lechtal

Seit rund 5.500 Jahren begleiten Ackerwildkräuter die Menschen im Lechtal. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft stehlen sie sich langsam aus unserem Leben. Um sie wieder im Bewußtsein der Bevölkerung zu verankern, wurde das Projekt  „Rittersporn und Frauenspiegel – Landadel im Lechtal“ im Rahmen der Kampagne „Bayerns Ureinwohner 2009“ der bayerischen Landschaftspflegeverbände und des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit initiiert.

Das Projekt umfasst eine Kartierung der Ackerwildkräuter im Schwerpunktgebiet zwischen Augsburg und Landsberg, den Fotowettbewerb und Führungen. Außerdem wird das Spiel „Schlag dich wacker auf´m Acker“ entwickelt, das spielerisch die Lebensumstände des Landadels vermittelt. Es wird in Kürze hier zum download und nachbasteln zur Verfügung stehen.

Lebensraum Lechtal schickt Paparazzi auf die Suche nach dem Landadel!

Die schönsten Fotos werden prämiert und für weitere Veröffentlichungen genutzt. Bitte gehen Sie nicht in den Acker hinein, so entsteht kein Flurschaden! Zu gewinnen gibt es u.a. eine von der Stadtwerke Augsburg Wasser GmbH gestiftete Digitalkamera, die dem glücklichen Gewinner bei Foto Behrbohm in Augsburg überreicht wird.

Von der Begeisterung für die grazilen Schönheiten des Ackers haben sich mehrere anstecken lassen:

  • Die Stadtwerke Augsburg unterstützen das Projekt im Rahmen ihres „Regenio-Tarifes“, der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg hat die Betreuung des angelegten Schauackers übernommen.
  • Der Landschaftspflegeverband Landkreis Augsburg stellt auf mehreren Äckern den kompletten Zyklus der Dreifelderwirtschaft nach. Hierbei folgen auf eine Winterfrucht die Sommerfrucht und dann ein Jahr Brache. Für das Projekt werden von den Gemeinden Klosterlechfeld und Oberottmarshausen und der Stadt Königsbrunn Flächen bereit gestellt, die der Landschaftspflegeverband als Träger durch örtliche Landwirte Ackerwildkraut-freundlich bewirtschaften lässt. Im Jahr 2010 erfolgt die erste Ansaat von Ackerwildkräutern.
  • Die Untere Naturschutzbehörde Landkreis Landsberg hat sogar einen Acker bei Hurlach angepachtet, auf dem sich in den nächsten Jahren zeigen soll, welche Arten noch im Boden schlummern.

Der Rückgang der Ackerwildkräuter ist auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen. Trotzdem möchte man von Seiten des Naturschutzes den schwarzen Peter aber nicht den einzelnen Landwirten zuschieben! Sie müssen schließlich vom Ertrag ihrer Äcker leben, was bei dem immensen Preisverfall landwirtschaftlicher Produkte nicht immer einfach ist.

Erfreulicherweise gibt immer noch einige, die ihren Acker so bewirtschaften, dass Ackerwildkräuter eine Chance haben, manchmal sogar, ohne für den Mehraufwand eine Förderung zu erhalten! Bei diesen Landwirten möchten wir uns ausdrücklich bedanken! Sie leisten Erhebliches für den Erhalt der Artenvielfalt im Lechtal, tragen damit zum Erholungswert und zu einem guten Landschaftsbild bei! Davon profitieren wir alle.

Besonders würden wir uns über Landwirte freuen, die uns Ihren Acker als Lebensraum seltener Ackerwildkräuter wie z.B. Rittersporn, Frauenspiegel, Adonisröschen oder Ackergelbstern melden! Uns interessieren Ihre Erfahrungen bei der Bewirtschaftung. Selbstverständlich behandeln wir Ihre Daten vertraulich!

Weitere Gewinner können sich auf eine Führung zum Biberlehrpfad, eine Froscholympiade oder eine Führung zu den Wildpferden im Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg freuen. Als Trostpreise wird es z.B. die Geschichte von „Oskar und Augustin und der Zeitpflanze“ geben.